Viele haben Ihre altbewährten und vielleicht überlieferten Rezepte Ihrer Eltern und Großeltern in ihre Küche übernommen und praktizieren es. Aber dennoch ist es immer wieder schön, nach etwas Neuem zu stöbern und es auszuprobieren und anschließend gemeinsam zu genießen. Es ist ja auch nichts Neues, das an jede Süßspeise eine Prise Salz herankommt, wie auch an deftigen Gerichten eine Prise Zucker nicht schaden kann. Nicht gewusst? Sehen Sie! Probieren Sie es doch einmal aus.

Nun, wir als Imker sind aber ganz tollkühn und ersetzen den Zucker einfach durch unseren Honig, den unsere fleißigen Bienchen mühsam für uns zusammengetragen haben. Schon die alten Ägypter süßten ihre Speisen mit Honig und wussten um die Heilkraft des Honigs.

Sie können in Ihrer Küche bei fast jedem Rezept den Zucker durch unseren leckeren Honig ersetzen. Bitte beachten Sie dabei aber, bei empfindlichen Teigen sollte nicht vergessen werden, dass der zugefügte Honig auch flüssig ist, sie sollten daher anteilmäßig auch weniger Milch usw. verwenden. Weiterhin beachten Sie, dass beim Kochen, braten, grillen mit Temperaturen über 40°C die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs negativ beeinflusst werden und nur noch der Geschmack verbleibt. Honig verfügt über eine stärkere Süße als normaler Haushaltszucker.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Honig teurer und der Kristallzucker immer billiger. Honig war nicht mehr modern, die Industrie griff zum Zucker. Durch den nun erhöhten Zuckerkonsum des Menschen kommt es vermehrt zu Wohlstandskrankheiten, wie Übergewicht, Karies usw. Damals nahm der Mensch täglich nur ca. 30 g Zucker zu sich, heute sind es 100 g pro Tag! Es muss umgedacht werden! Beachten Sie, Zucker ist kein Lebensmittel sondern ein Kalorienträger.

Die Arbeit unserer fleißigen Mädels muss man unbedacht achten, denn ca. 900 Bienen brauchen einen ganzen Tag um ein Pfund Honig herzustellen. Für 1 Kilo Honig muss eine Biene also ca. 13 Millionen Blüten besuchen und legt dabei 250.000 km zurück. Für ein Glas Honig, muss die Biene fast zweimal die Erde umrunden. Also ich wäre danach fix und fertig und bräuchte dringend Urlaub.

Auch eine genaue Betrachtung des Honigs ist hochinteressant. Es gibt so viele unterschiedliche Farbtöne der Honige, die von dunkelbraun bis zu einem hellen Bernsteinton reichen. Hier einige Sorten: Blütenhonig, ist eine Mischung aus verschiedenen Blüten. Je nach Eintrag, schmeckte er mild bis aromatisch. Die Farbe reicht von gelb bis hellbraun. Der Sommerblütenhonig, ist eine Mischung aus verschiedenen Einträgen von Blüten des fortgeschrittenen Jahres. Er schmeckt und duftet intensiver als der Frühjahrshonig. Das Farbspektrum reicht von gelb, dunkelgelb bis hellbraun. Der fälschlich als Akazienhonig bezeichnete Honig, heißt in Wirklichkeit Robinienhonig. Robinienhonig ist sehr hell, dünnflüssig und hat einen mildblumigen Geschmack. Aufgrund seiner Konsistenz, eignet er sich besonders zum Süßen von Nachspeisen und Getränken. Löwenzahnhonig, hat eine intensive gelbe Farbe und schmeckt sehr aromatisch. Lindenblütenhonig, trägt den Duft der schönen Sommerabende. Lindenblütenhonig hat eine gelbliche bis grüne Farbe und schmeckt aromatisch mild. Rapshonig ist ein sehr heller Honig, fast weiß und kristallisiert sehr schnell aus. Der Geschmack ist fein und süß. Sonnenblumenhonig ist sehr cremig und hat eine auffallend gelbe Farbe und schmeckt typisch aromatisch nach Honig. Der Heidehonig darf nicht unerwähnt bleiben. Er ist eine Spezialität aus dem nördlichen Raum Deutschlands. Er hat eine Geleeartige Konsistenz und verfügt als einziger Honig über einen hohen Wassergehalt. Er schmeckt stark aromatisch bis bitter und hat eine rötlich bis gelbbraune Farbe. Waldhonig schmeckt würzig, kräftig, fast malzig. Er ist sehr dickflüssig und hat eine Farbe von hellbraun bis rotbraun. Er enthält viele Mineralstoffe.  Die Honige sehen also alle nicht nur unterschiedlich aus, sie duften alle unterschiedlich, sie schmecken alle anders, je nachdem was unsere fleißigen Bienchen eingetragen haben. Kastanie schmeckt anders als Raps, Klee oder Lindenhonig. Bei unseren Rezepten ist es selbstverständlich Ihnen und Ihren Geschmacksknospen überlassen, welcher Honig ihr persönlicher Favorit ist und zur Verwendung kommt.

Noch ein Tipp am Rande, wenn sie Honig abmessen wollen, sollten sie den Löffel oder das Gefäß mit einem Hauch von Speiseöl überziehen – dann haftet der Honig nicht so stark an.

Bitte bewahren sie den Honig allgemein, trocken, dunkel und kühl auf um die Inhaltsstoffe zu schonen. Honig kann aber auch schnell kristallisieren. Für die Kristallisation sind die Honigsorte, die Lagertemperatur, der Wassergehalt und die eingebrachte Zuckerart verantwortlich. Honig enthält unter anderem als Zuckerart auch Glukose (Traubenzucker) und Fruktose Zucker (Fruchtzucker).  Glukose neigt zu einer schnellen Kristallisation, während Honig mit hohem Fruktose Zuckergehalt länger flüssig bleibt. Nicht in Panik verfallen, wenn sich auf den kristallisierten Honig eine weiße mit Bläschen durchsetzte Schicht absetzt. Das bedeutet nicht, dass der Honig schlecht ist. Reiner naturbelassener Honig neigt beim Kristallisieren dazu. Sie bekommen den Honig wieder flüssig, indem sie ihn vorsichtig in einem Wasserbad unter 40°C erwärmen. Lassen sie aber das Gefäß geschlossen, denn Honig zieht Feuchtigkeit und Geruch an und hält sie. Honig, gehört also auch nicht in den Kühlschrank!

Honig ist nicht nur Licht- und Hitzeempfindlich. Ein braunes oder grünes Glas würde unseren Honig gut bekommen. Da der Kunde aber überwiegend seine Kaufentscheidung über den Preis und dem Aussehen der Honigfarbe fällt, wird es wohl noch lange beim weißen Glas bleiben.

In der Regel hat der Honig ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 2 Jahren. Bereits geöffnete Gläser sollten aber innerhalb eines halben Jahres aufgebraucht werden. Da Honig auch Säuren enthält, lassen Sie bitte nie metallische Gegenstände wie zum Beispiel einen Löffel im Honig, da sonst eine chemische Reaktion gefördert wird. Gleiches gilt für nicht beschichtete Metalldeckel. Nutzen sie Gefäße mit einem Deckel aus Kunststoff, Glas oder Porzellan!

Für welche Honigsorte Sie sich auch immer entscheiden, kaufen Sie bitte bei Ihrem regionalen Imker, denn hier kommt Qualität ins Glas.

Viel Spaß beim nachkochen und selber ausprobieren

Mit freundlichem Gruß aus meiner Versuchsküche

Ihr Küchenchef Toni

Hinweis zu den Zutaten: EL=Esslöffel, TL=Teelöffel, MSP=Messerspitze